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Bundestagswahl

Jusos-Vorsitzender Corvin Kochan: „Wenn unsere Partei eine Zukunft haben will, müssen wir uns erneuern!“

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Corvin Kochan, Jusos-Vorsitzender

 

Der neue Jusos-Vorsitzender Corvin Kochan (18, Student) beantwortete uns ein paar Fragen, wie er als Neumitglied den Bundestagswahlkampf wahrnahm und was sich aus seiner Sicht ändern muss, damit der Neustart der SPD gelingt.

Wie hast du den Bundestagswahlkampf erlebt, was bleibt dir in Erinnerung?

Da dies mein erster Bundestagswahlkampf war, kann ich ihn mit anderen schlecht vergleichen. Dennoch hat er mir sehr viel Spaß gemacht, deshalb war das Ergebnis sehr enttäuschend für mich. Die Resonanz auf der Straße war gefühlt eine viel Bessere. Unser Themenstand, bei welchem wir auf die Bürgerversicherung aufmerksam gemacht haben, bleibt mir besonders im Gedächtnis.

Welche Themen haben dich angesprochen, welche Themen haben aus deiner Sicht gefehlt?

Die Themen Gerechtigkeit und die Reform des Bildungssystems waren für mich als Student, der aus einer Nicht-Akademiker Familie kommt, besonders ansprechend. Sei es die Kostenfreiheit oder die Durchlässigkeit. Aber insbesondere die großen Zukunftshemen wie Digitalisierung, Bildung und Mobilität haben mir gefehlt. Diese müssen wir sozialdemokratisch besetzen und den Wählerinnen und Wählern Visionen für die Zukunft anbieten. Nur so hat unsere Partei eine Zukunft.

Wie hast du den Bundestagswahlkampf vor Ort erlebt?

Den Wahlkampf vor Ort habe ich besonders genossen, was insbesondere an dem tollen Teamgeist und unserem engagierten Kandidaten Nikolaus Kleine lag. Zwar gab es auch nicht so schöne Erlebnisse, doch überwiegt für mich das Positive. Insbesondere wie der Ortsverein Neumitglieder einbezieht gefällt mir sehr gut, da ich selbst erst im Februar eingetreten bin.

Was sagst du zu dem Ergebnis der SPD im Bund?

Das Ergebnis im Bund ist für uns eine herbe Enttäuschung. Besonders das Bild im Osten ist sehr erschreckend. Erstmals sitzt rechts von der CSU eine Partei im Bundestag, die in ihrem Reihen Leute duldet, die mich mit ihren Äußerungen an die düsterste Zeit unserer Geschichte erinnern. Für uns muss das Ergebnis ein Weckruf sein, um uns zu erneuern.

Was sagst du zu dem Ergebnis vor Ort?

Durch den engagierten Auftritt unserer Kandidaten, konnten wir uns klar vom Bundestrend abheben. Aber gegen den sinkenden Bundestrend können wir uns vor Ort alleine nicht stellen.

Wie soll sich die SPD verändern?

Wir müssen unsere Strukturen überdenken. Mehr Durchlässigkeit im System und besonders mehr junge Leute, besonders auch junge Frauen, in die Verantwortung holen. Thematisch müssen wir Zukunftsthemen wie Bildung, Digitalisierung und Mobilität besetzen um besonders junge Leute von uns zu überzeugen. Wir müssen uns vor allem Gedanken machen, wie wir neue Zielgruppen ansprechen, wenn wir sehen dass der klassische Arbeiter im Zuge der Digitalisierung langsam verschwindet. Besonders wichtig ist auch, dass wir verloren gegangenes Vertrauen uns wieder erarbeiten müssen, besonders im Osten wo wir nur eine Randpartei sind. Auch im Ruhrgebiet mussten wir erhebliche Verlusten wahrnehmen. Um diese Leute müssen wir kämpfen, damit sie nicht bei der AfD bleiben. Ich begrüße deswegen auch den Schritt in die Opposition zu gehen, da wir nur dort in Ruhe einen Neubeginn einleiten können.

 

 Nach der Bundestagswahl ist vor der Stichwahl der Landratswahl. Wie unterstützt Du die Landratskandidatin Tülay Durdu?

Besonders wir Jusos müssen dafür werben, dass Tülay Durdu die Themen der Jugend anspricht, wie zum Beispiel den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs oder freies W-LAN. Dafür werden wir massivst mit persönlichen Gesprächen an unseren Ständen werben.